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Wichtige Daten und Fakten zum Projekt „Notebook-Klassen“

  • 1. Notebook-Klasse im Rhein-Erft-Kreis ist die jetzige Klasse 8 c unter Klassenlehrer Heinrich Hütz und Projektleiter Peter Kessel. Die Klasse umfasst, und das wird vermutlich überraschen, 21 Mädchen und „nur“ 6 Jungen.
  • Das Erftgymnasium verfolgt die internationalen und nationalen Notebook-Projekte, speziell in München, Gütersloh und Minden, etwa seit der Jahrtausendwende, verstärkt seit 2004, als dieses Thema auf der Tagesordnung von Lehrer- und Schulkonferenzen am Erftgymnasium auftauchte.
  • In Deutschland gibt es rund 120 Schulen mit Notebook-Klassen, darunter in erster Linie Berufsbildende Schulen (Berufskolleg), die den Auszubildenden das Notebook zur Verfügung stellen, aber auch Haupt- und Realschulen. Weitaus seltener kommen Notebook-Klassen an Gymnasien vor. Die Gründe liegen sicherlich auf schulischer Seite im überaus hohen Arbeitseinsatz und Organisationsaufwand gerade in der Vorbereitungsphase, den die meist überlasteteten Kollegien scheuen, auf Elternseite in den nicht geringen Kosten. In NRW gibt es bislang rund 20 Gymnasien mit Notebook-Klassen, darunter vor allem das Ev. Stiftische Gymnasium in Gütersloh mit derzeit rund 700 Notebooks im Einsatz. Dort ist ab Klasse 7 der Unterricht mit Notebooks sogar verpflichtend. Die Schule gilt wegen der großen Erfahrungen mit Dutzenden von Klassen und Kursen seit 1998 als sog. Referenzschule.
  • Als wichtige „Anschub-Veranstaltung“ sollte sich für das Erftgymnasium der zweitägige Bundeskongress „Mobiles Lernen“ im März 2006 in Gütersloh erweisen. Dort wurden auch die wichtigen und notwendigen Kontakte geknüpft, um von den Erfahrungen anderer zu profitieren. Die Entscheidung über die Einrichtung der ersten Notebook-Klasse fiel am Ende des Schuljahres 2005/06, nachdem die Schulkonferenz die Zustimmung erteilt und genügend Eltern ihre Kinder zum Projekt „mobiles Lernen“ angemeldet hatten. Nach einem notwendigen Vorlauf von einem halben Jahr für die Organisation, in dem u.a. die Auswahl des Notebooks getroffen, die notwendigen technischen Einrichtungen vorbereitet und installiert und die Geräte konfiguriert wurden, begann in der damaligen Klasse 7c (heute 8c) der Notebook-Unterricht planmäßig zu Beginn des 2. Halbjahres im Januar 2006.
  • Das Notebook wird in der Regel an 4 Wochentagen vor allem in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch sowie Erdkunde und je nach Stundentafel, Einsatzmöglichkeiten und Qualifikation der Lehrer teilweise auch in Biologie, Physik, Chemie, Geschichte, Politik und Musik eingesetzt. Ein Tag ist in der Regel „notebook-frei“.
  • Insgesamt erreicht die Arbeit mit den Notebooks 10-12 Wochenstunden. Hinzu kommt etwa pro Tag eine Stunde für die Erledigung der Hausaufgaben. Am häufigsten wird das Notebook im Deutschunterricht eingesetzt. In diesem Fach wurden auch bereits 2 Arbeiten „digital“ geschrieben und korrigiert.
  • Um das Gerät sowohl in der Schule als auch zu Hause nutzen zu können, ist eine ausgeklügelte Systemkonfiguration erforderlich, die aus zwei voneinander unabhängigien Betriebssystemen und Datenpartitionen besteht. Eine sog. Austauschpartition steht bei jedem Zugriff zur Verfügung. Dadurch können Daten der schulischen für die private Nutzung und umgekehrt überspielt werden.
  • Es ist der Grundgedanke des „mobilen Lernens“, dass alle Programme und Informationen allen zu jeder Zeit zur Verfügung stehen.
  • Über einen Access Point („Zugangspunkt“ für Netzwerk) ) und die damit mögliche drahtlose Netzwerkverbindung (WLAN) erhalten die Schüler Zugriff auf die schulischen Netzlaufwerke mit weiteren Speicher- und vor allem Austauschmöglichkeiten und auch den wichtigen Zugriff auf das Internet.
  • Die Konfiguration des Netzwerks sowie die der Notebooks selbst erfolgte durch die EDV-Abteilung der Stadt Bergheim unter Leitung von Theo Kratz. Insbesondere der derzeit leider erkrankte Mitarbeiter Thomas Golc hat in Absprache mit der Projektleitung viele Arbeitsstunden für die technische Umsetzung des Projektgedankens geleistet und zusammen mit Kollegen für ein stabiles System gesorgt.
  • Die Installation von Access Point und Beamer sowie die notwendigen Kabelverbindungen besorgte Hausmeister Willi Lipgens.
  • Unter dem Betriebssystem Windows XP Professional sind zahlreiche Windows-Programme installiert, nicht nur das Office-Paket mit WORD, EXCEL und POWERPOINT, Mindmanager und fachspezifische Lernprogramme, sondern auch Tools und Player für alle möglichen Einsatzgebiete, Zeichen-, Bildbearbeitungs- und -verwaltungsprogramme, eine OCR-Software zum Digitalisieren von Text aus Grafik, ein Brennprogramm und vieles andere mehr. So ist eine Komplettausstattung gewährleistet, auch wenn bislang nur ein Teil genutzt wurde.
  • Beim Notebook selbst wurde nicht auf eine Billig-, sondern auf eine Business-Lösung gesetzt. Dank eines Schulsponsorings der Firma Toshiba konnte nach Verhandlungen ein sehr gutes, solide verarbeitetes Gerät (das Tecra M5, in der jetzt zweiten Klasse das Tecra M9) mit Preisnachlass erworben werden. Sonst wäre die Finanzierung für die meisten Eltern wohl kaum möglich gewesen. Als besonderes Highlight verfügen diese Geräte im Gegensatz zum Serientyp über einen 9-Zellen-Hochleistungsakku mit einer Laufzeit von über 5 Zeitstunden. Außerdem haben alle Geräte eine 4-jährige Herstellergarantie. Zudem sind sie für alle Fälle auch zu günstigen Konditionen versichert.
  • Für den seltenen Fall, dass ein Gerät einmal ausfällt, stehen drei Ersatzgeräte zur Verfügung, die ansonsten von den Lehrern genutzt werden.
  • Obwohl die Ergebnisse der kürzlich erfolgten Schüler- und Elternbefragungen (schulinterne Evaluation) noch nicht im Einzelnen ausgewertet sind, erweist sich das Projekt als voller Erfolg. Die nicht geringen Erwartungen gerade auch des Lehrerteams wurden sogar übertroffen. Auch gab es bislang aus der Elternschaft keine negativen „Schlagzeilen“. Die Mädchen und Jungen arbeiten ohne Ausnahme hochmotiviert und mittlerweile auch sehr kompetent im Umgang mit dem Notebook und wichtiger Software, gehen sehr behutsam mit den Geräten um, kennen sich im schulischen Netzwerk sehr gut aus und nutzen dadurch die vielfältigen Informationsmöglichkeiten. Das sind elementare Voraussetzungen, um auch inhaltlich effizient zu arbeiten.
  • Auch im Tastaturschreiben sind mithilfe spezieller Software bereits innerhalb des ersten halben Jahres sehr gute Erfolge erzielt worden. Nicht wenige Kinder erreichen bereits 180 fehlerfreie Anschläge pro Minute. Der Klassendurchschnitt liegt bei 130 fehlerfreien Anschlägen.
  • Das Erftgymnasium legt unbedingt Wert auf die Feststellung, dass es sich bei unserem Notebook-Projekt nicht um ein „elitäres“ Projekt handelt, sondern dass auch einkommensschwächere Eltern ihr Kind dazu anmelden können und die Schule dann (natürlich im Rahmen gewisser Grenzen) die Kosten voll oder anteilig übernimmt, wenn die Eltern sich nicht oder nur teilweise in der Lage sehen, die Notebooks mit 4-Jahre Garantie und Versicherung, die Software, den Notebook-Rucksäcke für den sicheren Transport und die höhenverstellbaren Bürostühle für ein ergonomisches Arbeiten zu erwerben. Immerhin belaufen sich die Kosten für das auf 3 ½ Jahre angelegte Projekt auf rund 1600 Euro. Es ist unser (bescheidener) Beitrag zu einer Verbesserung der Chancengleichheit.
  • Einzeltische sowie verschließbare Notebook-Schränke zur Aufbewahrung der Geräte in Stunden, in denen nicht damit gearbeitet wird, und natürlich auch die Kosten der technischen Voraussetzungen und des Beamers, der beliebige Dateiinhalte auf eine weißgetünchte Wandfläche überträgt, stellen Schule bzw. Schulträger zur Verfügung.
  • Letzte Errungenschaft sind Head-Sets, kleine Kopfhörer mit einem Mikrofon, über die auch Audio- und Videosequenzen aus dem Internet oder auf CD und DVD bereitgestellte Ton- und Filmbeiträge angehört werden können, ohne dass dies den Nachbarn in seiner Arbeit stört. Dadurch ist noch stärkeres individuelles Arbeiten möglich.
  • Das Projekt erfordert insgesamt eine schulinterne wie –externe Fortbildung der daran interessierten Kolleginnen und Kollegen. Diesbezüglich steht die Schule in regelmäßigem Kontakt mit Partnerschulen, die schon über längere Erfahrungen verfügen. In erster Linie sind dies das Ev. Stiftische Gymnasium in Gütersloh sowie das Ratsgymmasium in Minden.
  • Im Laufe der nächsten Jahre, wenn hinreichende eigene Erfahrungen gesammelt sind, soll das Projekt auch curricular komplett in das Schulprogramm und Medienkonzept der Schule integriert werden. Bis dahin wurde ein vorläufiger Lehrplan vorgelegt, der vorsieht, dass die Mädchen und Jungen prinzipiell das Gleiche lernen wie Parallelklassen, wenngleich mit anderen Methoden und Medien. Die Schüler sind also in besonderer Weise gefordert, werden aber auch dadurch, mehr als im Normalfall möglich, gefördert.
  • Äußerst günstige Voraussetzungen für eine Teilnahme an der Notebook-Klasse schafft das Erftgymnasium durch die jetzt im vierten Schuljahr verpflichtenden PC-Kurse zur Textverarbeitung für alle Schüler der Klassen 5 sowie durch das „Medien- und Methodentraining“ in der Stufe 6. Alle PC-Kurse schließen mit einem standardisierten Abschlusstest ab, so dass schon von Beginn an Wert auf eine qualifizierte Grundlage gelegt wird.
  • Zu Beginn des Schuljahres 2007/08 sehen Schulleitung und Projektleitung berechtigten Anlass, das Projekt nunmehr auch der Öffentlichkeit vorzustellen und die Vorzüge und Möglichkeiten der Arbeit herauszustellen und vielleicht weitere Schulen zu ermuntern, Notebook-Klassen einzurichten. Selbstverständlich soll neben einer kleinen grundlegenden Einführung in das Projekt auch die konkrete Unterrichtsarbeit vorgestellt werden, an diesem Tage aber außerhalb des Stundenplans in Form eines fächerübergreifenden Projekts zum Thema „Klimawandel“.
  • Auch aufgrund der bislang sehr erfolgreichen Arbeit gelang es, für das Schuljahr 2007/08 wiederum genügend Eltern für die zweite Notebook-Klasse mit 28 Mädchen und Jungen unter Leitung von Norbert Bodewig zu gewinnen. Wegen der guten Vorerfahrun­gen kann diese Klasse voraussichtlich bereits nach den Herbstferien mit der Notebook-Arbeit beginnen.
  • Ideell (leider nicht materiell) unterstützt wird unser Projekt von „Schulen ans Netz“, „Lehrer-online“ sowie der Internetplattform für Notebook-Klassen „Lonet-2“. Herr Kessel als Projektleiter ist auch Mitglied im „Bundesarbeitskreis Notebook-Klassen“, der die wichtigsten Neuerungen aufarbeitet und koordiniert, Entwicklungen einleitet, austauscht oder verstärkt und die Früchte der Projektarbeit über Organisationsplattfor­men von „Schulen ans Netz“ oder auch „PP: Die Bildungsagentur“ (PP=Poleposition) auch anderen Schulen zur Verfügung stellt. Die Bildungskampagne „Mobiles Lernen“ agiert bundesweit und bietet Beratung, Informationsveranstaltungen und Fortbildungen an.