Willkommen auf der Seite des Fachs Geschichte
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Leistungskonzept im Fach Geschichte
Multimediashow am Erftgymnasium
Schuman-Monnet-Adenauer: Gründungsväter Europas
Europa? Die EU? Was verbinden wir Schüler damit?
Wenn man an Europa denkt, dann denkt man vielleicht an Wirtschaftsverträge, den Euro oder verrückte Normen. Doch was ist Europa wirklich? Wie entstand es? Gerade für uns als Europaschule ist es wichtig, darüber Bescheid zu wissen.
Am 25.11. 2010 bekamen alle Schülerinnen und Schüler der EF, die einen Geschichtskurs belegt haben, die Gelegenheit ihr Wissen aufzufrischen. Herr Ingo Espenschied stattete uns mit seiner Multimediashow einen Besuch ab. Neben veranschaulichenden Grafiken oder Karten enthielt die Präsentation auch originale Videoaufnahmen aus den 50er Jahren. Dokumente und Verträge der ersten Vereinbarungen zwischen Frankreich, Deutschland und Italien und den Beneluxstaaten füllten die Leinwand. In etwa 60 Minuten schlug Herr Espenschied einen großen zeitlichen Bogen angefangen von Karl den Großen bis hin zum Schuman Plan und dessen Bedeutung für das Zusammenwachsen Europas. Dabei stand auch das Leben von Jean Monnet, Robert Schuman und Konrad Adenauer im Fokus der Show. Jean Monnet arbeitete den politischen Plan für eine Zusammenlegung der deutschen und französischen Kohle- und Stahlproduktion zunächst aus. Robert Schuman, der vom unermüdlichen Willen zur deutsch-französischen Aussöhnung angetrieben wurde, wagte es dieses Konzept umzusetzen. Auch Adenauer unterstütze Schumans Pläne, da diese eine Sicherung des Friedens aber auch eine Integration der Bundesrepublik in Europa bedeuteten.
Genau 5 Jahre nach dem Ende des 2. Weltkrieges, am 9. Mai 1950, wurde der Schuman Plan der Öffentlichkeit vorgestellt. Und er schlug ein wie eine Bombe! Neben Italien traten sofort auch Belgien, die Niederlande und auch Luxemburg bei.
Auf diesen Plan geht die Gründung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl am 18. Mai 1951 zurück. Deren sechs Mitgliedsstaaten (BRD, Frankreich, Italien, Belgien, Luxemburg, Niederlande) gründeten am 25. März 1957 in Rom die Europäische Gemeinschaft.
Annika Schulze und Kevin Olbertz
Zeitzeugen am Erftgymnasium
Am 1.6.2007 waren besondere Gäste am Erftgymnasium in Bergheim zu Besuch: Zwei Zeitzeugen aus Polen erzählten Schülern des Erftgymnasiums von ihrer leidvollen Zeit in deutschen Konzentrationslagern. Vermittelt hatten das Maximilian-Kolbe-Werk und der Dekanatsrat Kerpen diesen Besuch. Der Schulleiter Herr Dr. Hummelsheim ließ es sich nicht nehmen, die Herren Jerzy Jazinski und Ignacy Krasnokucki und Frau Elfriede Türnich vom Dekanatsrat persönlich zu begrüßen.
Herr Krasnokucki erzählte dann den Schülern der Geschichts-Kurse der Jahrgangstufe 12 von seinen Erinnerungen an das Leben im Ghetto von Lodz. Sein Vater verließ eines Tages das Zimmer, um etwas zu besorgen, und kam nie wieder. Später hatte der junge Ignacy seine kranke Mutter, um sie bei den Razzien vor den SS-Leuten zu verstecken, in einen Strohsack eingenäht und musste dann schließlich doch als 15-Jähriger hilflos miterleben, wie sie verhungerte und starb. Er selbst überlebte das Ghetto und die Konzentrationslager in Czestochowa und Buchenwald, weil er als Hilfselektriker für die Deutschen von Wert war. Im April 1945 gelang es ihm, bei einem Todesmarsch zu entkommen und zu den Amerikanern zu fliehen. All diese schrecklichen Ereignisse schilderte er nun den Schülern in einer ruhigen und sachlichen Art und in gutem Deutsch.
Anschließend hatten die Schüler Gelegenheit Fragen zu stellen. Es interessierte sie vor allem, wie er heute gegenüber Deutschen empfindet. Herr Krasnokucki machte deutlich, dass er die Deutschen zunächst gehasst habe. Wobei ihm aber schon damals klar gewesen sei, dass nicht alle Deutschen Nazis gewesen seien. Heute empfinde er gegenüber Deutschen nicht anders als gegenüber Franzosen, Engländern oder Amerikanern: Alle Menschen seien gleich und jeder Mensch sei nur für das verantwortlich, was er selbst getan habe. Deshalb trage die heutige Generation keine Verantwortung für die Taten der Großelterngeneration. Befragt, weshalb er mit 82 Jahren die Mühe dieser Reise auf sich nehme, verwies er darauf, dass sie die letzten Zeitzeugen seien und kein Buch und kein Film könne so Zeugnis ablegen wie jemand, der das selbst erlebt habe.
Herr Jerzy Jazinski erzählte den Schülern des Grundkurses Deutsch (Jahrgangsstufe 12) und dem Religionskurs der Klassen 10 aus seiner Zeit in den verschiedenen Konzentrationslagern (Auschwitz, Birkenau und Bergen-Belsen) und wie er schließlich im April 1945 von den Engländern befreit wurde. Unterstützt wurde er bei seinem Vortrag von dem Schüler Dawid Spiewack, der gelegentlich vom Polnischen ins Deutsche und umgekehrt übersetzte, wenn Herrn Jazinski mal das eine oder andere Wort fehlte. Auf eine entsprechende Frage eines Schülers antwortete Herr Jazinski, dass es damals zehn bis zwölf Jahre gedauert habe, bis er wieder ein normales Leben habe führen können.
Die Schülerinnen und Schüler hörten den Zeitzeugen aufmerksam und konzentriert zu und bedankten sich am Ende mit herzlichem Applaus. Die Schüler der Klassen 10 hatten auch Kuchen gebacken und eine Kerze für „ihren“ Zeitzeugen gebastelt.
Die Lehrer ließen den Vormittag bei einem gemeinsamen Mittagessen mit den polnischen Gästen ausklingen und waren sich einig, dass das heute Erfahrene den jungen Zuhörern sicher lange in Erinnerung bleiben wird und wichtig war, um sich die unbegreiflichen Geschehnisse von damals ein klein wenig besser vorstellen zu können.




